Am 11. April 2026 führte die FF Neustift einen Übungstag für das erste Halbjahr durch. Nach der Begrüßung und Einteilung der Mannschaft startete am Vormittag ein Stationsbetrieb mit drei praxisnahen Szenarien.
Bei der ersten Station wurde ein Unfall in einer Werkstätte abgearbeitet. Annahme war, dass bei Arbeiten an einem Fahrzeug ein Kind unbemerkt Zutritt zum Auto erlangte, dieses startete und in Bewegung setzte. In weiterer Folge stürzte das Fahrzeug in eine Inspektionsgrube, wobei zwei Arbeiter eingeklemmt wurden. Schwerpunkt dieser Übung war die Sicherung des Fahrzeugs sowie eine rasche und schonende Menschenrettung. Unterstützt wurde diese Station durch den Rettungsdienst.
Die zweite Station widmete sich der Bekämpfung eines Bodenbrandes in Waldnähe. Dabei wurde insbesondere der Umgang mit Waldbrandgeräten gefestigt und verschiedene Löschtechniken praktisch angewendet. Zusätzlich bestand die Möglichkeit, den im Abschnitt bei der Feuerwehr Telfes stationierten Waldbrandanhänger zu besichtigen.
Bei der dritten Station wurde ein Traktorbrand mit Personenbeteiligung gemeldet. Nach dem Eintreffen stellte der Einsatzleiter fest, dass der Traktor in einer Stromleitung hing und es dadurch zum Brand gekommen war. In weiterer Folge musste über die Leitstelle der zuständige Stromversorger verständigt werden. Parallel dazu wurde aus sicherer Entfernung ein Löschangriff vorbereitet und durchgeführt. Erst nach Abschaltung und Erdung der Stromleitung konnte mit der Menschenrettung begonnen werden.
Nach dem Stationsbetrieb folgte eine gemeinsame Pause im Gerätehaus.
Am Nachmittag fand eine Schulung mit der Besatzung eines Notarzthubschraubers statt. Dabei wurde der sichere Umgang im Bereich eines Hubschraubers sowie das richtige Verhalten bei Einsätzen mit Luftunterstützung vermittelt.
Den Abschluss bildete eine groß angelegte Gesamtübung beim Hubschrauberlandeplatz Falbeson. Übungsannahme war ein Notarzthubschrauber, der sich im Einsatz befand und gerade einen Tauflug durchführte, als es zu einem Triebwerksbrand kam. Infolge dessen musste der Pilot eine sofortige Notlandung durchführen. Die am Tau befindliche Person wurde kurz vor der Landung über einem Bachbett ausgeklinkt. Der Hubschrauber setzte hart auf, wodurch die Crew im Inneren verletzt wurde, zudem stand das Luftfahrzeug weiterhin in Brand.
Parallel dazu beobachtete ein vorbeifahrender PKW-Lenker die Situation, kam jedoch durch die Ablenkung von der Straße ab, überschlug sich und blieb auf dem Dach liegen. Dabei wurden die Insassen im Fahrzeug eingeklemmt.
Diese Übung stellte hohe Anforderungen an die Einsatzkräfte, da mehrere Einsatzstellen gleichzeitig abgearbeitet werden mussten. Neben der Brandbekämpfung am Hubschrauber galt es, die verletzten Personen zu versorgen und die Menschenrettung sowohl aus dem Bachbett als auch aus dem verunfallten Fahrzeug durchzuführen. Unterstützt wurden die Einsatzkräfte – wie auch im realen Einsatzfall – durch den Rettungsdienst, die Polizei sowie durch die simulierte und die echte Leitstelle Tirol.
Zum Abschluss ließ die Mannschaft den Tag bei einem gemeinsamen Essen im Gerätehaus ausklingen.
Ein großer Dank gilt allen Beteiligten und Unterstützern: dem Rettungsdienst sowie der Polizei für die Zusammenarbeit während der Übung, der Crew des Notarzthubschraubers der Christophorus Flugrettung für das Mitwirken und die interessante Schulung, der FF Telfes für die Bereitstellung des Waldbrandanhängers, Kindl Gregor für das zur Verfügung gestellte Stroh sowie der Gemeinde Neustift für die Unterstützung mit Traktor und Geräten bei der dritten Station. Ebenso bedanken wir uns beim Hotel Hoferwirt für die Unterstützung bei der Verköstigung sowie bei Julian Pernsteiner für die Erstellung der Fotos.